Gemeinschaftspraxis
Dr.med. Wolfgang Lensing & Dr.med. Almut Wistokat-Wülfing
Jordanstr. 28
30173 Hannover

Telefon: (0511) 88 40 40
Fax: (0511) 88 98 72
E-Mail: dr.wolfg.lensing@t-online.de

Sie erreichen unsere Praxis bequem mit dem Bus und der S-Bahn:

Bus:
Linie 121 Haltestelle "Heinrich-Heine-Str."
Linie 128 & 134 Haltestelle "Nordring-Peiner-Str."
Linie 370 Haltestelle "Altenbeckener Damm"

S-Bahn:
Linie S1 in Richtung Minden
Linie S2 in Richtung Nienburg
Linie S5 in Richtung Flughafen Hamden

sowie mit den S-Bahnlinie S1, S2 & S5 Haltestelle "Bhf. Bismarckstr.".

Es stehen Ihnen hinter dem Haus ausreichend Parkplätze zur Verfügung.
Unsere Praxis ist rollstuhl- und behindertengerecht eingerichtet.


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Zusätzliche Sprechzeiten nach Vereinbarung

News

Erst impfen, dann reisen

„Gut geplant ist halb gewonnen“ lautet ein Sprichwort, das auch auf das „Projekt“ Urlaub zutrifft. Bald startet die Sommerferienzeit in den ersten Bundesländern und viele Erholungssuchende werden die „schönste Zeit des Jahres“ im Ausland verbringen. Für die Planung nutzen viele Menschen To-do-Listen, in denen oft auch aufgeführt ist, sich über die für das Reiseziel notwendigen und empfohlenen Impfungen zu informieren – und sich gegebenenfalls impfen zu lassen. Infektionsrisiken für die Ansteckung mit Hepatitis-Viren gibt es schon in der nahen Mittelmeer-Region. Wie wichtig der Impfschutz gegen eine Infektion mit Hepatitis-Viren speziell für Reisende ist, erklärt die Deutsche Leberstiftung zum Beginn der Ferien-Saison 2018.

Die Erwartungen, die Reisende an einen perfekten Urlaub stellen, sind sehr unterschiedlich. Einige suchen Entspannung, andere möchten sich mehr bewegen und dann gibt es auch noch die Urlauber, die maximalen Spaß suchen. Wie unterschiedlich die Ansprüche auch sind, einen Wunsch haben alle Reisenden gemeinsam: gesund nach Hause zurückzukehren. Damit dies gewährleistet wird und die Leber bei der Rückkehr so virenfrei wie bei der Anreise ist, sollten Reisende über Risikogebiete, Ansteckungswege und Schutzmöglichkeiten informiert sein. „Über die Hälfte aller neu diagnostizierten Hepatitis A-Virusinfektionen in Deutschland sind ein ungewolltes Reisesouvenir", sagt Professor Dr. Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung und ergänzt: „Die Hepatitis A wird als ‘Reisehepatitis‘ bezeichnet. Sie tritt häufig in beliebten Urlaubsländern mit geringen Hygienestandards auf wie beispielsweise im Mittelmeerraum, Südostasien, Russland, Afrika, Mittel- und Südamerika sowie dem Vorderen Orient.“

Übertragen wird das Hepatitis A-Virus (HAV) fäkal-oral durch Schmier- oder Kontaktinfektion. Der Erreger wird von infizierten Personen über den Darm ausgeschieden und verfügt über eine ausgeprägte Umweltstabilität sowie über hohe Thermostabilität und Desinfektionsmittelresistenz. Beispielsweise kann der Verzehr von ungenügend gegartem Gemüse oder das Trinken von belastetem oder verunreinigtem Trinkwasser (auch als Eiswürfel) zu einer Infektion mit dem HAV führen. Diese Infektion mit dem HAV kann eine akute Leberentzündung verursachen, die jedoch nicht chronisch verläuft und bei gesunden Menschen oft ohne ernsthafte Komplikationen ausheilt. Die Symptome sind meist unspezifisch und können Fieber sowie eine „Gelbsucht“ umfassen. In seltenen Fällen wie beispielsweise bei älteren Menschen kann Hepatitis A auch zu einem akuten Leberversagen führen. Gegen Hepatitis A gibt es keine spezifische Therapie. Die prophylaktische Impfung – die auch noch kurz vor Reiseantritt erfolgen kann – ist der sicherste Schutz.

Auch gegen das Hepatitis B-Virus (HBV), das ein weiteres Infektionsrisiko im Urlaub darstellen kann, ist eine Impfung der sicherste Schutz. Bei der Verwendung von Kombinations-Impfstoffen, die gegen Hepatitis A und B schützen, ist die Anzahl der notwendigen Injektionen vermindert. Mit der Impfung gegen Hepatitis B ist sogar ein doppelter Schutz gewährleistet: Der Impfstoff gegen das HBV schützt auch gegen die Hepatitis delta, da es eine Hepatitis delta nur mit einer Hepatitis B geben kann.

Weltweit sind etwa 240 Millionen Menschen nach Angaben der Weltgesundheits-organisation (WHO) chronisch mit dem HBV infiziert. Die Ansteckung mit dem HBV erfolgt über Körpersekrete wie Blut, Sperma oder Speichel. Neben ungeschütztem Sex zählen Tätowierungen oder Piercings, die nicht steril durchgeführt werden, zu den häufigsten Übertragungswegen. Auch bei Kontakten mit der Gefahr kleinster Hautverletzungen wie beim Barbier, bei der Fußpflege oder bei unvorhergesehenen ärztlichen und zahnärztlichen Behandlungen besteht ein Infektionsrisiko, wenn unhygienische Bedingungen im Reiseland herrschen. Meist bemerken Infizierte nichts von ihrer Erkrankung. Kommt es jedoch zu einer chronischen Leberentzündung, besteht ein erhöhtes Risiko für bindegewebsartige Veränderungen der Leber (Fibrose) oder für eine Zirrhose.

Gegen das Hepatitis C-Virus (HCV), einem weiteren Hepatitis-Erreger, steht bisher keine Schutzimpfung zur Verfügung. Das HCV wird fast ausschließlich über Blut-Kontakte übertragen. Unsterile Tätowiernadeln, Piercings oder Rasiermesser sind die Haupt-Infektionsquellen. In einigen Regionen Asiens oder Afrikas tragen mehr als fünf Prozent der Bevölkerung das Hepatitis C-Virus in sich. Es gibt heute sehr wirksame Therapien gegen Hepatitis C. Die Heilungsraten liegen in der Regel zwischen 90 und 100 Prozent. Allerdings wird die Erkrankung oft spät erkannt und kann unbehandelt in einer Leberzirrhose oder einem Leberzellkrebs münden. Laut WHO sind etwa 71 Millionen Menschen weltweit chronisch mit HCV infiziert. Die chronische Hepatitis C zählt nach der Fettleberhepatitis zur zweithäufigsten Ursache von Leberzirrhose und Leberzellkrebs in Deutschland.

„Bei allen Infektionen mit einem Hepatitis-Virus ist die frühe Entdeckung die Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung. Der beste Schutz der Gesundheit ist die Vermeidung einer Infektion. Impfung und Vorsichtsmaßnahmen tragen dazu bei, dass Reisende so gesund aus dem Urlaub zurückkehren, wie sie es beim Reisestart waren“, betont Professor Manns. Die Deutsche Leberstiftung bietet Informationsfaltblätter über Hepatitis B für Ärzte und Hepatitis C für Ärzte sowie beide Ausgaben für Betroffene und ihre Angehörigen an. Bestellmöglichkeiten und Download auf der Serviceseite unter www.deutsche-leberstiftung.de

19.06.2018 DGA | Quelle: Deutsche Leberstiftung

Vegan essen

Der Flyer „Vegan essen – klug kombinieren und ergänzen“ bringt auf den Punkt, worauf Veganer achten sollten, um sich ausreichend mit Nährstoffen zu versorgen. Bei der veganen Ernährungsweise steht die Versorgung mit Protein, langkettigen Omega-3-Fettsäuren, Calcium, Eisen, Jod, Zink, Selen sowie Vitamin B12, B2 und Vitamin D im Fokus.
Leicht verständlich, mit IN FORM-Rezeptidee und Tipps für eine bedarfsdeckende Ernährung, eignet sich der Flyer auch für den Einsatz in der Ernährungsberatung. „Vegan essen – klug kombinieren und ergänzen“ gibt es kostenfrei als PDF zum Download. Beratungskräfte können ihn im 10er Pack zum Preis von 2,00 € zzgl. Versandkosten im DGE-MedienService bestellen. DGE-Position Vegane Ernährung
FAQs Vegane Ernährung

Die Spinner sind wieder da

Das Frühjahr ist die Zeit des Eichen-Prozessionsspinners – ein Nachtfalter, dessen Raupen man fast ausschließlich auf Eichen antrifft. Der Schädling hat nicht nur großen Appetit und frisst die befallenen Bäume kahl, seine Gifthaare können bei Menschen zu heftigen allergischen Reaktionen von Haut, Augen und Atemwegen führen. Zurzeit beginnt in vielen Gegenden der alljährliche Kampf gegen den Schädling. Der Eichen-Prozessionsspinner ist zunächst ein Baumschädling – seine Raupen ernähren sich von Eichenblättern. Ab Anfang Mai bilden die Raupen große Nester an Baumstämmen oder in Astgabeln. In diesem Stadium entwickeln sie Gifthaare, die sie in die Nester einspinnen. Sie sollen vor natürlichen Feinden schützen. Aber sie sind auch für Mensch und Tier durchaus unangenehm. Denn Gifthaare und leere Puppenhüllen können heftige Allergien und Hautreizungen auslösen. Die Beschwerden reichen von stark juckenden Hautausschlägen bis zu Asthmaanfällen. Daher sollten Menschen den Kontakt mit den Nestern unbedingt vermeiden, etwa bei dem Versuch den Schädling zu bekämpfen. Aber auch umliegende Gebiete können durch die mikroskopisch kleinen Härchen betroffen sein, da sie durch den kräftigen Frühjahrswind verteilt werden. Allergische Reaktionen sind also nicht nur bei direktem Kontakt möglich.

Bevorzugt werden von dem Nachtfalter vor allem besonnte Eichen und Alleebäume. Das Verbreitungsgebiet umfasst weite Teile von Nordrhein-Westfalen sowie die Städte des Ruhrgebiets, Süddeutschland, Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Bekämpft wird der Schädling an vielen Orten, dennoch nimmt seine Verbreitung zu. In der Regel weisen Kommunen und Behörden in besonders belasteten Gebieten auf die Gefahren hin. Menschen sollten diese Hinweise unbedingt beachten und zum Beispiel befallene Parks oder Wälder meiden.

Sind Eichen-Prozessionsspinner in der Nähe, sollte man

  • Fundstellen den örtlichen Behörden melden, damit die Eichen-Prozessionsspinner fachgerecht bekämpft werden können
  • befallene Gebiete meiden
  • die Haut durch Kleidung vor Kontakt schützen
  • Raupen und deren Nester nicht berühren oder unsachgemäß bekämpfen

Bei Kontakt mit dem Eichen-Prozessionsspinner Kleider schnellstens wechseln, wenn möglich duschen oder mindestens die Haare waschen und die Augen mit Wasser spülen. Sollte es dennoch zu Reaktionen kommen, können Kaltkompressen auf der juckenden Haut lindernd wirken. Bei starken und anhaltenden Reaktionen unbedingt den Arzt aufsuchen.

11.06.2018 DGA | Quelle: VIACTIV Krankenkasse

eGK, ePA, eGA, ePF - Ein Erklärstück

Elektronische Gesundheitsakte (eGA), elektronische Patientenakte (ePA), elektronische Gesundheitskarte (eGK) und – einen haben wir noch – das elektronische Patientenfach (ePF). Geredet wird dieser Tage viel über das digitale Gesundheitswesen, wenn auch nicht immer ganz so klar, wie wir uns das wünschen. Mal wird Gesundheitsminister Jens Spahn zitiert, dass er die eGK abschaffen möchte, kurz darauf kommt eine Richtigstellung aus dem Ministerium. Kanzlerin Angela Merkel und Staatsministerin im Bundeskanzleramt für Digitalisierung Dorothee Bär wissen ebenfalls etwas über die Zukunft der eGK zu sagen. Und dann kommen noch die Ärzte, die die Einführung der Konnektoren, also den Geräten, die die Verbindung der Praxis-IT zur Telematikinfrastruktur (TI) ermöglichen, aussetzen oder zumindest die Fristen verlängern möchten. Ganz nebenbei führen Krankenkassen unabhängig davon elektronische Gesundheitsakten ein. Wer bei dieser Vielfalt und dem Hü und Hott in der politischen Diskussion den Überblick behalten hat, beglückwünschen wir aufrichtig. Für alle anderen gibt es dieses Erklärstück.

Menschen hinterlassen Spuren in Form von Daten, so auch im Gesundheitswesen. Bisher liegen diese Daten an verschiedenen, unabhängigen Speicherorten, analog und digital. In den Händen der Versicherten selber liegen Daten aus Fitnesstrackern, Informationen über Selbstmedikation, Notfalldaten, Arztbefunde in Papierform oder der Organspendeausweis. Ärzte haben vor allem medizinische Daten in ihren Akten und bei den Krankenkassen werden Versichertenstammdaten wie die Adresse, Leistungs- und Abrechnungsdaten sowie sektorenübergreifende Informationen vorgehalten. Die elektronischen Lösungen eGA, eGK, ePA und ePF haben dabei ein Ziel: All diese Daten zusammenzuführen und im Sinne des Versicherten einzusetzen. Denn so könnten zum Beispiel Wechselwirkungen von Arzneien verhindert werden oder Röntgenbilder müssten nicht umständlich in Briefumschlägen von einem Arzt zum anderen weitergeleitet werden. Im Idealfall führt die vernetzte Darstellung von Informationen nicht nur zu einer einfacheren und komfortableren Versorgung und Beratung der Versicherten, sondern zu einer besseren. Die elektronische Gesundheitsakte (eGA)

Was ist das eigentlich?

Die eGA ist eine digitale Akte, die dem Versicherten die Zusammenführung und Verwaltung seiner Gesundheitsdaten ermöglicht. Verschiedene Lösungen sind von Wirtschaftsunternehmen entwickelt worden und frei auf dem Markt verfügbar.

Was steht dazu im Gesetz?

Gesetzliche Vorschriften zu Gestaltung und Funktionalität der eGA gibt es nicht, lediglich die Möglichkeit der Kostenübernahme durch die Krankenkassen ist festgeschrieben. In §68 SGB V heißt es dazu: „Zur Verbesserung der Qualität und der Wirtschaftlichkeit der Versorgung können die Krankenkassen ihren Versicherten zu von Dritten angebotenen Dienstleistungen der elektronischen Speicherung und Übermittlung patientenbezogener Gesundheitsdaten finanzielle Unterstützung gewähren. Das Nähere ist durch die Satzung zu regeln.“

Wie ist der Stand der Dinge?

Aktuell arbeiten vermehrt Krankenkassen mit Unternehmen zusammen, um die gemeinsame Weiterentwicklung digitaler Akten voranzutreiben. Als erste ist die Techniker Krankenkasse mit ihrem TK Safe an die Öffentlichkeit getreten, die AOKen haben ebenfalls eigene Lösungen angekündigt. Andere Kassen, vor allem aus dem Lager der Betriebs- und Innungskrankenkassen, werden über ihren IT-Dienstleister BITMARCK bald ein Gesundheitsportal im Angebot haben. Die elektronische Gesundheitskarte (eGK)

Was ist das eigentlich?

Die eGK steht als Synonym für die gesamte Infrastruktur, die den verschlüsselten Austausch von Patientendaten im Gesundheitswesen ermöglicht, die Telematikinfrastruktur (TI). Mit der elektronischen Gesundheitskarte ist also nicht nur die Karte gemeint, die beim Arztbesuch vorgezeigt wird – auch wenn es die Bezeichnung vermuten ließe.

eGK und TI sollen zur Verbesserung von Wirtschaftlichkeit, Qualität und Transparenz von Beratung und Therapie beitragen. Im Moment ist die Karte nicht viel mehr als ein Berechtigungsausweis für die Inanspruchnahme von medizinischen Behandlungen in Deutschland und ganz Europa (Versicherungsnachweis und Auslandskrankenschein) und bildet die Grundlage für die Abrechnung der medizinischen Leistungen. Was sie im Zusammenspiel mit der TI aber können sollte, ist unter anderem ärztliche Verordnungen übermitteln, Notfalldaten, Befunde, Diagnosen, Impfinformationen und Medikationspläne bereitstellen.

Was steht dazu im Gesetz?

Die Einführung der eGK wurde im November 2003 mit dem „Gesetz zur Modernisierung der gesetzlichen Krankenversicherung“ beschlossen. Ihr Funktionsumfang und die weitere Ausgestaltung werden in §291a des 5. Sozialgesetzbuches festgelegt. Genauere Definitionen zur TI, wie beispielsweise die Verpflichtung zu standardisierten Schnittstellen und Interoperabilitätsverzeichnissen1, finden sich in den §219d und e des SGB V. Für die Ausgestaltung und Umsetzung zeichnet die eigens gegründete Gesellschaft für Telematik (gematik) verantwortlich.

Seit Inkrafttreten des Gesetzes kam es bei der Umsetzung zu immer weiteren Verzögerungen. Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) hat schließlich reagiert: Am 01. Januar 2016 trat das eHealth-Gesetz („Gesetz für sichere digitale Kommunikation und Anwendungen im Gesundheitswesen sowie zur Änderung weiterer Gesetze“) in Kraft. Es regelt den Zeitplan der Einführung sowie weitere Details. Auch festgelegt wurden beispielsweise Sanktionen, wenn die am Aufbau der TI Beteiligten die festgelegten Zeitschienen nicht einhalten.

Die Diskussion, die die Äußerungen von Gesundheitsminister Spahn angestoßen hatte, beschäftigte sich vor allem mit den Zugriffsmöglichkeiten auf die Daten. Laut Gesetz muss die eGK – also die Karte an sich – die Möglichkeit der Authentifizierung für den Zugriff bieten. Zudem muss der Versicherte dem Leistungserbringer die Zugriffsberechtigung erteilen. Dieser kann sich dann mit seinem Heilberufsausweis authentifizieren. Der genaue Wortlaut: „Der Zugriff auf Daten […] mittels der elektronischen Gesundheitskarte darf nur in Verbindung mit einem elektronischen Heilberufsausweis […] erfolgen, die jeweils über eine Möglichkeit zur sicheren Authentifizierung und über eine qualifizierte elektronische Signatur verfügen“ – das ist das viel zitierte Zwei-Schlüssel-Prinzip. In Kommentaren zum Gesetz wird sogar von einem zeitgleichen Einsatz beider Karten gesprochen. Das so verstandene Zwei-Schlüssel-Prinzip über Karten als Zugangsmedium ist jedoch nicht mehr zeitgemäß. Der Versicherte muss bei Bedarf über moderne Möglichkeiten wie eine mobile App auf dem Smartphone verfügen.

Wie ist der Stand der Dinge?

Aktuell werden die Arztpraxen mit den sogenannten Konnektoren ausgestattet, die den Zugriff der Ärzte auf die TI ermöglichen. Im ersten Schritt werden die gespeicherten Stammdaten beim Einstecken der Karte in der Arztpraxis aktualisiert. Liegt also beispielsweise bei einem Umzug des Patienten eine neue Adresse vor, wird diese automatisch geändert. Der Versicherte muss keine neue eGK beantragen. Die elektronische Patientenakte (ePA)

Was ist das eigentlich?

Die ePA dient dem Austausch der Daten unter den Leistungserbringern, also Ärzten, Krankenhäusern, Therapeuten und weiteren Heilberuflern. Sie enthält – sofern der Versicherte zustimmt – Daten über Befunde, Diagnosen, Therapiemaßnahmen, Behandlungsberichte sowie Impfungen für eine fall- und einrichtungsübergreifende Dokumentation über den Patienten.

Was steht dazu im Gesetz?

Der Begriff der ePA taucht ebenfalls im Gesetz zur Modernisierung der gesetzlichen Krankenversicherung von 2003 erstmals auf. Der Zugriff auf die dort gespeicherten Daten ist für den Patienten nicht vorgesehen, er kann aber die Bereitstellung der Daten von den Leistungserbringern verlangen. Auf diese kann er dann über das ePF zugreifen (s.u.).

Wie ist der Stand der Dinge?

Gemäß eHealth-Gesetz muss die ePA ab 01. Januar 2019 flächendeckend zur Verfügung stehen. Das elektronische Patientenfach (ePF)

Was ist das eigentlich?

In das ePF kann der Patient eigenständig Daten hochladen. Das können zum Beispiel Cholestrin-Werte sein oder das Protokoll der eigenen Blutdruck-Mess-Ergebnisse. Das ePF ist Teil der TI und so können auch Ärzte und andere Leistungserbringer Gesundheitsdaten wie Laborergebnisse oder Röntgenbilder in das elektronische Patientenfach hochladen und dem Patienten den schnellen Zugriff auf seine Daten ermöglichen.

Was steht dazu im Gesetz?

Diese Möglichkeit ist ebenfalls in §291a des SGB V festgeschrieben. Für den Zugriff auf das Patientenfach ist das Zwei-Schlüssel-Prinzip nicht relevant, das Gesetz spricht von geeigneten technischen Zugriffsmöglichkeiten.

Wie ist der Stand der Dinge?

Das ePF soll laut eHealth-Gesetz 2019 eingeführt werden.

 

Um das Zusammenspiel zwischen den einzelnen Lösungen nutzenbringend, zeitgemäß, sicher, bequem und flexibel zu gestalten, müssen folgende Dinge gewährleistet werden:

  • Der Versicherte muss Herr seiner Daten sein: viel zitiert, deshalb aber nicht weniger richtig. Zum uneingeschränkten Datenverfügungsrecht muss auch zählen, dass die Versicherten den verschiedenen Beteiligten wie Ärzten, Krankenhäusern oder Krankenkassen spontan und flexibel Zugriffe auf alle bzw. Teile ihrer Daten erteilen und auch entziehen können.
  • Krankenkassen, Leistungserbringer und Dienstleister müssen sich verpflichten an der TI teilzunehmen. Die Daten für das ePA müssen von ihnen zeitnah, unter Einhaltung der Standards, elektronisch zur Verfügung gestellt werden.
  • Für den Versicherten müssen alle Inhalte der ePA/eGA verständlich dargestellt werden. Beispielsweise sind Diagnosen oder Behandlungsprozeduren als Text und nicht als ICD/OPS-Schlüssel anzuzeigen und verständlich zu erklären.
  • Die physische Gesundheitskarte darf nicht alleiniges Authentifizierungsmittel für den Versicherten sein. Ein zeitgemäßer Zugriff auf die Telematikinfrastruktur ist erforderlich. Dazu gehört auch eine mobile Lösung.
  • Für die ePA und eGA sind einheitliche Vorgaben zur (Mindest-)Funktionalität erforderlich, damit die Versicherten, Kassen und Leistungserbringer nicht mit unterschiedlichsten Lösungen konfrontiert werden.
  • Für den Datenaustausch zwischen ePA/ePF und eGA müssen standardisierte Schnittstellen (Smartphone, Tablet sowie Desktop) und technischen Standards für die Datenübertragung politisch festgelegt werden. Diese Standards müssen von allen Systemen, die teilnehmen wollen, erfüllt werden.
  • Eine uneingeschränkte Portabilität der Daten der ePA sowie der eGA inkl. der Vorgabe der Dateiformate und Metadaten ist erforderlich. Das heißt: Wechselt der Versicherte seinen Arzt oder seine Kasse, muss er seine Daten mitnehmen können.
  • Die Vorgaben für die Aufbewahrung und Löschung der Daten muss überdacht werden. Es muss möglich sein, dass der Versicherte seine Daten auch nach Ablauf der gesetzlichen Aufbewahrungs- und Löschfristen noch einsehen und vorhalten kann. Nach der Aufbewahrungsfrist bestimmt der Versicherte darüber, wann und ob er seine Daten löscht.

 

(1) Mitte 2017 ist vesta, das Interoperabilitätsverzeichnis der gematik, online gegangen. Es ist das zentrale Verzeichnis für technische und semantische Standards, Profile und Leitfäden für das deutsche Gesundheitswesen.

05.06.2018 DGA | Quelle: Siemens-Betriebskrankenkasse



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Airflow-Geräte

Pulver-Strahl-Geräte, mittels derer Verfärbungen an den sichtbaren Zahnflächen entfernt werden können, ohne dass der Zahnschmelz angegriffen wird.